Geschichte

Herr Wilhelm Rosenberg, selber von Wohnungslosigkeit betroffen, wurde im Verlaufe seiner langen Wanderjahre zum Altenpfleger ausgebildet. Als er Mitte der 90er Jahre ins St.Ursulaheim nach Offenburg kam, konnte er es nicht mehr mit ansehen, wie unterversorgt seine kranken Mitbewohner waren und begann, ihnen so gut er konnte, Hilfe zu leisten. Ferner nahm er Kontakte zu Offenburger Allgemeinärzten auf und vermittelte seine Kolleginnen und Kollegen dahin. Auf Grund einer aufzehrenden, chronischen Erkrankung kam er in den letzten Jahren in den Genuss, die Hilfe und Fürsorge „seiner Pflasterstube“ in Anspruch nehmen zu können. Er verstarb am 27.03.2015 im St. Ursulaheim.

Die Hilfen griff der Förderverein Pflasterstube auf. Mit Unterstützung der Offenburger Bürgerstiftung „St. Andreas“ wurde bei einem Neubau am St.Ursulaheim ein Pflegebad, ein Krankenzimmer und ein kleines Büro und Behandlungszimmer eingerichtet.

Alle medizinischen Leistungen der Pflasterstube werden durch den 2006 gegründeten Solidaritätsfonds finanziert, in dem sich vor allem Offenburger Bürgerinnen und Bürger verpflichten, für zwei Jahre in einer ihnen möglichen Höhe Geld zu spenden. Dazu kommen allerdings noch viele andere kleine und große Spenden-jedoch keine öffentlichen Gelder.

Zur Verwaltung dieser Spenden wurde 2008 unser Förderverein gegründet, der nun Hilfen und Finanzierung organisiert und verwaltet. Dabei werden fast alle Bürokosten von den Vorständen privat getragen.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Plasterstube, der Basispfleger, Krankenschwester, Ärzte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des St. Ursulaheims und Vorstandsmitglieder, treffen sich  monatlich zur intensiven Besprechung der Leistungen und zu einem regen Erfahrungsaustausch.

Unser Traum und Fernziel ist die Schaffung einer Einrichtung für schwerkranke und sterbende Wohnungslose. Diese können sich an die Ordnungen in normalen Pflegeheimen auf Grund ihrer Anamnese nicht gewöhnen und wir wollen ihnen einen Raum bieten, in dem sie sich wohlfühlen und trotzdem ausreichend betreut werden. Aber dafür braucht es noch viele Lösungsideen, Gespräche und Überzeugungsarbeiten.