Diesjährige ProtoCent-Spende geht an „Pflasterstube“
Claus Franke war der Ideengeber. Gemeinsam mit der stellvertretenden Betriebsrätin wird er sich vor Ort ein Bild vom Einsatz der Spendengelder machen.

Von Inka Kleinke-Bialy
ZELL A.H.. „Da kommt die Spende gut an“, zeigt sich Claus Franke zutiefst überzeugt von der Präsentation der „Pflasterstube Ortenau e.V.“ durch Michael Eickmann. Der pensionierte, promovierte Mediziner fungiert seit etwa einem Jahr als Vorsitzender des Fördervereins, der seinen Sitz in Offenburg hat.
„Wir kümmern uns um die Gesundheit von Obdach- und Wohnungslosen und finanzieren uns nur durch Spenden“, heißt es im jüngsten Jahresbericht, von dem der Vorsitzende anlässlich der offiziellen Spendenübergabe einige frisch gedruckte Exemplare mitgebracht hat.
… Die Übergabe findet im lichtdurchfluteten Aufenthaltsraum im obersten Stockwerk der Prototyp-Werke GmbH statt. Die ist seit dem Jahr 2009 eine Kompetenzmarke der Firma Walter-Gruppe, stellt Fräswerkzeuge und Gewindebohrer her und hat aktuell rund 300 Mitarbeiter.
Viele von ihnen beteiligen sich an „ProtoCent“. Im Zuge dieser Aktion spenden sie die aufgerundeten Rest-Cent-Beträge ihrer Bruttolohnabrechnung. Den so zustande gekommenen Betrag – typischerweise 600 bis 750 Euro – verdoppelt die Geschäftsführung im Anschluss.
„Die Belegschaft sammelt Ideen dafür, wo das Geld hingehen soll“, erklärt die stellvertretende Betriebsrätin und Versandfachfrau Susanne Franke, „ein Gremium aus Geschäftsführung, Betriebsrat und Mitarbeitern trifft dann die Entscheidung.“ Dieses Jahr fiel die Wahl auf besagte „Pflasterstube“ – und der eingangs erwähnte Claus Franke strahlt. Der in der Qualitätssicherung Angestellte ist gleichzeitig im Betriebsrat im Arbeits- und Gesundheitsschutz tätig und mit Susanne Franke verheiratet. Und er ist es, der dem ProtoCent-Gremium die Pflasterstube vorgeschlagen hat.
„Mein Mann ist mir in die Quere geschossen“, schmunzelt seine Gattin, denn sie selbst hatte „ELLEfriede“ als Spendenziel vorgeschlagen, ein Schutzangebot speziell für wohnungslose Frauen in Offenburg. Doch natürlich steht Susanne Franke voll und ganz hinter der „Pflasterstube“ als diesjährigem ProtoCent-Spendenziel – so, wie sich die Eheleute überdies privat vielfach sozial engagieren, auch schon mit Obdachlosen in Offenburg das Gespräch gesucht haben in dem Bestreben, ihnen zu helfen.
1.500 Euro sind in diesem Jahr durch das Rundungsmodell „ProtoCent“ zusammengekommen. „Wir hatten auch schon viel höhere Summen“, erinnert sich die stellvertretende Betriebsrätin, der Freude des „Pflasterstube“-Vorsitzenden Michael Eickmann tut das jedoch keinen Abbruch.
Sobald Ekkehard Duppel – Prototyp-Geschäftsführer seit 2024 – zu der Gruppe stößt, erläutert der Pflasterstube-Mann das Konzept des Vereins. Der entstand vor über 25 Jahren aus der Initiative eines ehemaligen Obdachlosen, einem früheren Krankenpfleger. „Der war untergebracht im St. Ursula-Heim für wohnungslose Männer und Frauen in Offenburg, das wird von der AGJ Freiburg betreut.“ Die AGJ ist ein Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg.
„Der Mann stellte bei seinen Mitbewohnern fest, dass die alle gesundheitlich nicht gut versorgt sind“, erzählt Michael Eickmann. Gemeinsam mit seinem Hausarzt hatte der Mann damals die Idee, sich um diese Menschen zu kümmern. „Obdachlose haben oft das Problem, dass sie entweder nicht versichert sind, oder sie sind zwar versichert, haben aber keinen Zugang zum Regelsystem, weil sie gar nicht wissen, wie es geht“, berichtet der Pflasterstube-Vorsitzende und fährt fort: „Und diese Menschen können keine Termine einhalten. Und wenn sie in eine Praxis kommen, werden sie oft weggeschickt, weil sie – sagen wir mal – sichtbar asozial sind.“
Immer mehr ehrenamtliche Mediziner stießen damals zu der Initiative, bis vor 20 Jahren der Förderverein gegründet wurde. Mit dem Ziel, Ortenau-weit Obdachlose medizinisch zu versorgen. Heute sind es (alternierend) etwa 15 Ärzte, die in Achern, Lahr, Kehl und vor allen Dingen in Offenburg Sprechstunden abhalten, „da sich Obdachlosigkeit in der Regel auf die größeren Städte konzentriert“, wie Michael Eickmann erläutert. „Wir betreuen die Leute, die in den Wohnheimen wohnen. Und wir betreuen die Menschen, die auf der Straße wohnen. Die kommen dann zu uns in die Wärmestube.“ In Offenburg befindet sich eine solche derzeit noch am alten Schlachthof, die dort befindliche Sprechstunde wird jedoch Mitte bis Ende des Jahres umziehen müssen, dann gilt es ein neues Arztzimmer einzurichten.
Die Hilfsleistungen bestehen aus allgemeinärztlicher, psychiatrischer und zahnärztlicher Sprechstunde. Zudem gibt es einen Kollegen im Vorstand, der sich um die Krankenversicherung kümmert. „Die Leute wissen oft nicht, bin ich überhaupt krankenversichert?“, erklärt Michael Eickmann dazu. Viele seien versichert, doch die Papiere fehlten. Bei den Unversicherten handele es sich teils um ehemalige Schwarzarbeiter aus dem Ausland, oftmals aus Osteuropa, auch um Durchreisende.
Auch um die Facharztvermittlung kümmert sich die Pflasterstube beispielsweise, begleitet überdies zu Arztterminen zwecks bürokratischer oder organisatorischer Unterstützung. „Manche Betroffenen lehnen Hilfe ab oder reagieren aggressiv“, weiß Michael Eickmann aus mobilen Einsätzen mit dem Pflastermobil. Wer jedoch wirklich dringend medizinische Hilfe benötige, der nehme diese in der Regel an. Nicht zuletzt komme es auf die Art der Ansprache an, die grundsätzlich auf zwischenmenschlicher und auch physischer Augenhöhe erfolgen solle.
Die Pflasterstube lebt ausschließlich von Spenden. Dass der Verein keine Förderung erhält, sieht Michael Eickmann positiv angesichts der dadurch gewährleisteten, völligen Unabhängigkeit. Vier Angestellte gehören dem Verein an: Eine Krankenschwester arbeitet in der „Wärmestube“. Zwei weitere Angestellte betreuen die Bewohner des St. Ursulaheims. Eine vierte Angestellte unterstützt die Zahnärzte.
Darüber hinaus zahlt die „Pflasterstube“ Medikamente, Zuzahlungen, Brillen, Zahnprothesen. In Einzelfällen erfolgt die Übernahme von Pflegeleistungen oder auch Hospizaufenthalten, damit ein Schwerstkranker Obdachloser „einigermaßen versorgt sterben kann.“
In Notfällen würden Obdachlose zwar per Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht und dort versorgt werden. Nach der Entlassung aber seien sie wieder auf sich gestellt, „dann kümmern wir uns um die Nachversorgung.“ Umso mehr freut sich der Pflasterstuben-Vorstand darüber, dass der Verein dank Spenden einen lange gehegten Traum verwirklichen kann: Die Einrichtung einer Pflegewohnung für genesungsbedürftige Obdachlose nach Krankenhausaufenthalten, mit einer temporären Aufenthaltsdauer von geplant eins bis fünf Monaten, „zur Zwischenversorgung, also nicht zur Dauerpflege.“
Als niederschwellige Hilfe verteilt der Verein Kontaktkärtchen in leuchtendem Orange, mit Adresse und Telefonnummer, damit Betroffene den Weg zur medizinischen Unterstützung finden. Zudem versucht die Pflasterstube, Kliniken und Notaufnahmen stärker einzubinden.
Im Zuge der Spendenübergabe haben Claus und Susanne Franke mit Michael Eickmann einen Termin für einen Besuch der „Pflasterstube“ ausgemacht, um sich vor Ort vom Einsatz der Spendengelder ein Bild zu machen.

15.3.26
Landesarmutskonferenz
Als Vorsitzender der Pflasterstube nahm Dr. Eickmann an einer Veranstaltung der Landesarmutskonferenz teil. Der Abend zeigte: In der Problembeschreibung gibt es parteiübergreifend viele Schnittmengen. Die Unterschiede liegen vor allem in der Frage, wie verbindlich soziale Strategien verankert und finanziert werden sollen.
Für die Teilnehmer bleibt die zentrale Erkenntnis: Wer über Zukunft spricht, muss über Armut, Wohnen, Gesundheit und demokratische Teilhabe sprechen. Ohne soziale Sicherheit gerät auch die Demokratie unter Druck.
Dr. Eickmann referierte zum Thema Gesundheit obdachloser Menschen. Ihm war wichtig herauszustellen, dass sich Armut, prekäre Wohnverhältnisse, unsichere Beschäftigung und Bildungsungleichheit unmittelbar auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirkten. Vertreter aus der Praxis berichteten von Versorgungslücken bei Menschen ohne Krankenversicherung oder festen Wohnsitz.
Diskutiert wurden Prävention, bessere Beratungssysteme sowie die Frage, wie gesundheitliche Folgen politischer Entscheidungen systematisch berücksichtigt werden können. Mehrere Wortmeldungen aus dem Publikum machten deutlich, dass Prävention nicht nur menschlich geboten, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll sei.

15.3.26
Großzügige Spende der Gemibau
Aus einem Jubiläum wurde eine gemeinsame gute Tat:
Bei der Jubiläumsgala zum 75-jährigen Bestehen füllten zahlreiche Gäste Aktionskarten aus – und machten damit eine Spende möglich. Neben drei anderen sozialen Institutionen wurde auch die Pflasterstube mit 2.500 € bedacht. Herzlichen Dank an die Verantwortlichen der Gemibau unter der Leitung von Dr. Fred Gresens und Peter Sachs und an die spendablen Gäste!

15.3.26
Nächstes Vernetzungstreffen
Das nächste Treffen aller im Ortenaukreis in der Obdachlosenarbeit tätigen Akteure, der sogenannte „Hock“, findet am 13. April 2026 um 13.30 Uhr im KIK statt.
6.2.26
Auch die Pflasterstube digitalisiert ihre Arbeit
Die zahlreichen Aktivitäten der Pflasterstube, das rege Vereinsleben und die große Zahl an Spendern und auch Ausgaben haben uns dazu bewogen, unsere Arbeit zu weiter digitalisieren. Ein weiterer sehr wichtiger Grund für diesen Schritt war es, die Datensicherheit zu verbessern.
Wir haben mehrere software-Angebote getestet und uns schließlich für eine software entschieden, die unseren Bedürfnissen sehr weit entgegen kommt. Besonders freut uns, dass wir auf den üblichen Preis einen Rabatt von 50% erhalten, weswegen wir gerne an dieser Stelle die software nennen:

3.2.26
Mitgliederversammlung 2026
Die Mitgliederversammlung des Vereins findet am 28. April 2026 um 17.00 Uhr im KIK statt.
21.1.26
Großzügige Spende der Firma servolift GmbH

Im Rahmen der diesjährigen Firmenfeier sammelten die Mitarbeiter von Servolift eine Spende von 1.500 €. Das Management verdoppelte diesen Betrag anschließend auf 3.000 €. Das ist eine sehr großzügige Geste und ein wertvoller Beitrag für unsere Vereinsarbeit!
Unser Foto zeigt CEO Frank Schmidt mit unserem Vereinsvorsitzenden Dr. Eickmann bei der Spendenübergabe im Firmenzentrum.
23.1.26
Angebot der Fußpflege wird erweitert

Obdachlose Menschen sind viel zu Fuß unterwegs und tragen oft unpassendes Schuhwerk, was zu Hornhaut, Blasen und Entzündungen führt. Fußpflege für Obdachlose ist deshalb ein wichtiges medizinisches und soziales Hilfsangebot, um das sich im Ortenaukreis die Pflasterstube kümmert. Es umfasst die Reinigung, das Kürzen von Nägeln und die Behandlung von Hornhaut, um Schmerzen zu lindern, Entzündungen vorzubeugen und die Mobilität zu erhalten.
Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgt meist nur bei ärztlich verordneter Podologie (z. B. diabetischer Fuß).
Wir haben nun unser Angebot, das bisher nur in Offenburg und Kehl vorhanden war, auch auf Lahr ausweiten können. Es wird dort in den Räumen des Café Löffel durchgeführt.
13.1.26
Loretta Bös für überragendes Engagement geehrt

Unserer zweiten Vorsitzenden Loretta Bös hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz verliehen. Sie hat die Auszeichnung am Samstag, 13. Dezember, aus der Hand von Ministerpräsident Winfried Kretschmann entgegengenommen. Die Zeremonie fand im Rahmen einer Veranstaltung zum Tag des Ehrenamtes im Neuen Schloss in Stuttgart statt.
Gewürdigt wurde das jahrzehntelange Wirken von Loretta Bös in der Offenburger Kulturszene, insbesondere im „Kulturkreis Offenburg e.V.“, im Kulturzentrum KiK (Kultur in der Kaserne), im Verein „Kommunales Kino Offenburg e.V.“ sowie in der Pflasterstube.
Für hervorragende bürgerschaftliche Mitwirkung erhielt Loretta Bös am 11.1.2026 zusätzlich die Bürgermedaille der Stadt Offenburg. Zur Verleihung beim Neujahrsempfang unterstrich OB Marco Steffens, dass ehrenamtliche Arbeit unbezahlbar sei. Auch er hob ihr Engagement in der Pflasterstube besonders hervor.
6.12.25
Nächstes Vernetzungstreffen
Das nächste Treffen aller im Ortenaukreis in der Obdachlosenarbeit tätigen Akteure, der sogenannte „Hock“, findet am 12. Januar 2026 um 13.30 Uhr im KIK statt.
6.12.25
Beratung in Fragen der Krankenversicherung
Am 26. November fand erstmals eine Sprechstunde für Lahrer Wohnungslose im Café Löffel statt. Diese wurde rege in Anspruch genommen. Weitere Sprechstunden wurden vereinbart. Auch für kommunal untergebrachte Personen in der Biermannstraße soll Beratung angeboten werden.
Nächster Beratungstermin in der Wärmestube Offenburg ist der 12. Januar zwischen 11.00 Uhr und 12.00 Uhr. Zwischenzeitlich können weitere Termine vereinbart werden. Bitte einfach in der Wärmestube anmelden.
Flammkuchenessen 14.11.25

Am 14.11.25 fand wie in den Jahren zuvor das beliebte Flammkuchenessen für die Besucher der Wärmestube sowie die Bewohner des St. Ursula-Heimes statt. Auf Einladung von Sebastian Winter von der AGJ-Wohnungslosenhilfe bereitete das Team des Backmobils der REHA-Backwerkstatt verschiedene Flammkuchen, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war. Dank des guten Kontaktes der Pflasterstube mit dem Rotary-Club Offenburg, übernahm dieser die Finanzierung der Aktion. Herzlichen Dank dafür. RC-Präsident Christopher Jüngert und Dr. Michael Eickmann nutzten die Gelegenheit für einen intensiven Austausch.
Armutswoche 5.10.25

Die Pflasterstube wird an der Aktionswoche vom 10. – 24. Oktober 2025 teilnehmen. Neben anderem werden wir unter dem Motto „Von Profis für Profis“ die Arbeit der Pflasterstube in all ihren Facetten vorstellen.
Verbesserungen bei der Krankenhausentlassung Obdachloser 11.09.25
Obdachlose, die das Krankenhaus verlassen müssen oder wollen, haben oft weiteren Bedarf an Behandlung und Pflege. Um diesen Bedarf besser befriedigen zu können trafen sich Vorstand und Beschäftigte der Pflasterstube mit Vertretern des Kreiskrankenhauses, des Paul Gerhard – Werks und des Ursulaheims zu engeren Absprachen. Zu Beginn gab es Einblicke in die Situation der Notaufnahme, die verdeutlichten, wie schwierig die Arbeit dort ist, u.a. weil eine Vielzahl von Nicht-Notfällen dort erscheint. Auch die fehlende Einsichtsfähigkeit vieler Patienten, die auf eigene Faust das Klinikum verlassen, ohne eine notwendige Anschlussbehandlung zu klären, mache eine planvolle Versorgung oft zunichte. Gleichwohl begrüßte Herr Dr. Gorißen vom Klinikum das Angebot der Pflasterstube, sich an dieser Nahtstelle einzusetzen. Um das Angebot den Betroffenen transparenter und leicht zugänglich zu machen wird Herr Dr. Eickmann einen flyer entwerfen, der den Betroffenen die Unterstützung aufzeigen wird.
Herr Groß vom Paul Gerhard – Werk erneuerte sein Angebot, auch kurzfristig Pflegeplätze anzubieten, wenn nach Ende der Klinikbehandlung Obdachlose mit Pflegeleistungen versorgt werden müssten. Dr. Gorißen wird in der Chefarztrunde die Vereinbarung des Fördervereins Pflasterstube mit dem PGW bezüglich der Möglichkeit der Kurzzeitpflege nach einem stationären Aufenthalt und weiterer Pflege- und Behandlungsbedürftigkeit bekanntgeben.
Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass es unter diesen Voraussetzungen und bei Mitwirkung der betroffenen Obdachlosen zu einer Verbesserung der Situation kommen wird.
Großes Grillfest 22.08.25



Die Pflasterstube veranstaltete mit und für Obdachlose ein großes Grillfest. 70 Besucher, darunter auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, konnten sich bei bester Stimmung an Grillgemüse, Käse, Steaks, Würsten und Salaten stärken. Besonders war, dass die Obdachlosen nicht nur Besucher waren sondern vom Einkauf über den Aufbau bis zum Abbau des Festes mitwirkten. Ein weiterer Schritt im Vertrauensaufbau zwischen obdachlosen Menschen und der Pflasterstube.
24.07.25
Nächstes Vernetzungstreffen
Das nächste Treffen aller im Ortenaukreis in der Obdachlosenarbeit tätigen Akteure, der sogenannte „Hock“, findet am 8. September 2025 um 13.30 Uhr in den Räumen der Stadt Offenburg, Fischmarkt 2, 2. Stock über dem Bürgerbüro, Raum 318 statt.
21.07.25
Beratung in Fragen der Krankenversicherung
Nächster Beratungstermin in der Wärmestube Offenburg ist der 18. August zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr.
19.07.25
Spende für die Pflasterstube

Am 13. Juli wurde das Stadtteil- und Familienzentrum Oststadt 30 Jahre alt. Eröffnet wurde das Fest mit einem Gottesdienst, welcher sehr lebendig gestaltet war und mit szenischen Einlagen auch das Thema „Teilen“ behandelte. Der Erlös der Kollekte wie auch einiger Verkaufsstände in Höhe von 1.300 Euro ist der Pflasterstube übergeben worden. Während des Gottesdienstes und vor der Kollekte durften wir die Arbeit der Pflasterstube vorstellen. Ein großes DANKESCHÖN an die Verantwortlichen und die Spender! Unser Foto zeigt Frau Karpinska und Herrn Dr. Eickmann von der Pflasterstube sowie Frau Niekamp als Vertreterin der Kirchen
17.07.25
Beratung in Fragen der Krankenversicherung
Am 17. Juli wurden erstmals Gäste der Wärmestube durch uns in Fragen der Krankenversicherung beraten. Das Angebot der Sprechstunde wurde rege angenommen. Aus diesem Beratungsangebot werden Anträge auf Befreiung von der Zuzahlung resultieren so dass obdachlose Klienten nicht mehr wegen eventueller Zuzahlungen auf Medikamente verzichten müssen. Auch weitere Fragen wie Härtefallregelung bei Zahnersatz oder die Erteilung einer Chronikerbescheinigung konnten in die Wege geleitet werden.
11.07.2025
Die Pflasterstube wird auch in der Pflege aktiv
Die Pflasterstube Ortenau e.V. stellt seit Jahren fest, dass es einen bisher ungedeckten Bedarf an Pflege für Menschen gibt, die auf der Straße oder in Unterkünften leben.
Der Bedarf an Grund- und Behandlungspflege allein ist kein Grund für eine Aufnahme in ein Krankenhaus. Im Gegenteil: Die Kliniken sind vor dem Hintergrund von Vergütungen in Form von Fallpauschalen gehalten, die Liegezeiten zu verkürzen, also möglichst früh zu entlassen. Wird eine wohnungslose Patientin oder ein wohnungsloser Patient in einem Krankenhaus behandelt, kann es ihr/ihm - wie im übrigen jedem anderen Patienten/jeder anderen Patientin auch – passieren, dass er/sie entlassen wird, aber noch der pflegerischen Betreuung bedarf.
Die Pflasterstube unterstützt einen schwer pflegebedürftigen und nicht versicherten Patienten durch die Übernahme der Kosten für einen ambulanten Pflegedienst.
Des weiteren konnte mit dem Paul-Gerhardt-Werk eine Vereinbarung getroffen werden, nach der zukünftig Obdachlose, welche nach Krankenhausbehandlung pflegebedürftig sind, vorübergehend im Wichernhaus gepflegt werden können.
Für Obdachlose, die länger der Pflege bedürfen, stehen wir in guten Gesprächen mit dem AGJ – Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V. In diesem Bereich müssen aber weitere Absprachen erfolgen, so dass eher mittelfristig mit einem Angebot gerechnet werden kann.
11.07.2025
Umzug des Behandlungszimmers in der Wärmestube
Der AGJ – Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V. wird die verschiedenen Angebote, welche derzeit in der Wasserstraße gebündelt sind, in die Haselwanderstraße verlegen. Für das „Schlachthöfle“ ist seitens der Stadtverwaltung eine andere Nutzung vorgesehen. Mit der Aufgabe des „Schlachthöfle“ entfallen auch unsere dortigen Behandlungsmöglichkeiten. Durch unsere Beteiligung konnte erreicht werden, dass auch in der Haselwanderstraße wieder Behandlungsmöglichkeiten gegeben sind. Es wir dabei sogar eine qualitative Verbesserung geben.
Bericht über die Arbeit der Pflasterstube in der Mittelbadischen Presse und im OFFENBLATT
In einem informativen Gespräch erkundigte sich Frau Siefke von der Stadt Offenburg über die Arbeit der Pflasterstube. Daraus resultierten zwei Artikel, welche sehr kompetent auf die derzeitige Situation eingehen.

Hitze
Die bedrohliche Hitze trifft Obdachlose, die keinen privaten Rückzugsort haben, besonders. Wir diskutierten Hilfeangebote auf unserem monatlichen Treffen. Dann informierten wir per Aushang über die Notwendigkeit des Trinkens und über die von der Stadt Offenburg empfohlenen schattigen Orte in der Stadt.
Wir besorgten und verteilten UV-hemmende Kopfbedeckungen und Sonnenschutzcreme. Und wir besorgten einen Wasserspender, der im Treppenhaus der Wärmestube Wasser anbietet und auf die Notwendigkeit des Trinkens aufmerksam macht.
Mitgliederversammlung 2025
Auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins am 29. April 2025 war turnusgemäß der Vorstand neu zu wählen. Herr Dr. Axel Richter trat aus Gesundheitsgründen nicht mehr zur Wahl an. Die Mitgliederversammlung wählte Herrn Dr. Michael Eickmann, früher Hausarzt in Renchen, einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Frau Loretta Bös als stellvertretende Vorsitzende, Herr Dr. Hannes Schadeberg als Schatzmeister, Frau Renate Bürkle und Herr Michael Hattenbach als Beisitzer wurden wieder gewählt.
Die Mitgliederversammlung wählte Herrn Dr. Richter zum Ehrenvorsitzenden.
Arbeitszeit
Frau Karpinska, unsere Krankenschwester, arbeitet vorzugsweise in der „Wärmestube“, einem Treffpunkt Obdachloser, in dem diese duschen, Wäsche waschen, sich beraten lassen und Essen bekommen können. Aber sie assistiert auch unserer Zahnärztin, der Frau Dr. Holst und fährt mit unserem Pflastermobil zu den Unterkünften in Offenburg und Lahr. Sie besucht auch, teilweise begleitet von einem der ehrenamtlich arbeitenden Ärzte, bei Bedarf Wohnungslose in Wohngemeinschaften sowie Obdachlose auf der Straße. Dazu reichte ihre 50%-Stelle nicht mehr. Wir erhöhten ihre Arbeitszeit auf 70%. Zusammen mit Frau Otto und Frau Nettmann beschäftigt die Pflasterstube damit insgesamt 1,2 Vollzeitstellen.
Betreuung in Achern
In Achern betreute seit vielen Jahren Herr Dr. Matthias Schwab mit seiner Ehefrau die Wohnungs- und Obdachlosen. Aus Gesundheitsgründen kann er dies nicht mehr ganz weiterführen. Wir sind sehr erfreut und dankbar, dass sich das Ehepaar Dres. Buchgeister bereit erklärt hat, die Betreuung weiterzuführen.

